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Herr Nestroy

 

Johann Nepomuk
Eduard Ambrosius

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Nestroy

Nestroy wurde am  7. Dezember 1801 als zweites Kind in eine Wiener Akademikerfamilie geboren. Damit hatte er eigentlich ein Abo gezogen, selber Teil des Wiener Großbürgertums des beginnenden Neunzehnten Jahrhunderts zu werden.

Nur deckte es sich nicht zwingend mit den Interessen des jungen Nestroy, als  Hof- und Gerichtsadvokat in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Für Johann Nepomuk Eduard Ambrosius zählten die schönen Künste weit mehr, als ein schneidiges Auftreten vor Gericht. Und so führte Ihn sein Weg als Schauspieler, Sänger und Autor von komödiantischen Bühnenstücken über Volkstheater- und Opernbühnen durch die heutigen Niederlande, die Tschechei, Deutschland, Österreich und zu guter Letzt wieder nach Wien. Nicht allerdings, ohne dabei den ein oder anderen Skandal zu provozieren. Seine Vorliebe dafür dem Volk ansprechende Unterhaltung zu liefern und dafür auch Rahmen und Norm der Theaterkultur zu seiner Zeit zu verlassen, brachten Ihm einiges an Ärger ein.

„Extemporieren“ bezeichnete zu Nestroys Zeit, was heute als Improvisation auf Bühnen und in Konzerträumen weltweit geschätzt wird. Nicht so im 19. Jahrhundert. Die Konsequenzen bekam Nestroy wiederholt zu spüren. In Brünn, in der heutigen Tschechei gelegen, legte ihm die örtliche Polizeitruppe aus diesem Grund eine herzlich schnellen Wohnortswechsel nahe. Nestroy leistete diesem Vorschlag folge. Allerdings ging es für Nestroy nicht immer so glimpflich aus. Wegen wiederholten Extemporierens verbrachte er im Januar 1836 einige Tage hinter schwedischen Gardinen - dies in Österreich.

Zahlreiche Affären mit Damen von Stand taten ihr Übriges, um Nestroy als skandalös-guten Künstlertypen bei seinem Publikum und seinen Verächtern gleichermaßen zur Marke zu machen. Was seinem Werk aus heutiger Sicht keinen Abbruch tut. Nestroy verband Mundarten und Dialekte mit dem Hochdeutschen und vermischte aristokratischen Inhalte und Kulturformen mit Inhalten und Kritik nach dem Geschmack des Volkes. Aber auch dem Volk selbst hielt er immer wieder gerne den Spiegel vor und ging der künstlerischen Konfrontation mit seinem Stammpublikum nicht aus dem Weg – so seine Kunst es von ihm verlangte, war Nestroy für sie da und entsprechend konsequent darin, sie wie eine Meinung zum Wohle aller kund zu tun. 

Am 25. Mai 1862 trat Nestroy in Graz für immer von der ganz großen Bühne ab. Exakt zu beschreiben, wie seine Werke zum Lebenswerk wurden, das obliegt Kunsthistorikern. Letztendlich war Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy wohl einer, der „anspruchsvoll” für jedermann möglich machte.

Dieses Erbe zu pflegen, dem fühlen wir uns im Nestroygarten verpflichtet.